Mittelstand und Handwerk unterstützen
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Auch im Saale-Orla-Kreis ist der Mittelstand der entscheidende Wachstumsmotor. Seit der Deutschen Einheit hat sich hier mit vielen alteingesessenen und neuen Betrieben ein profiliertes Wirtschaftsgefüge entwickelt, in dem die traditionelle Holzverarbeitung ebenso wie die hochmoderne Automobilindustrie ihren Platz haben. Hier werden Arbeitsplätze geschaffen und erhalten. Sie schaffen Perspektiven für junge Leute und verhindern so die Abwanderung aus unserer Region.

Damit Thüringen sich als attraktiver Wirtschaftsstandort weiter entwickeln kann und die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und ausbauen können, müssen einige zentrale Aufgaben gelöst werden. Dazu gehört der zügige Ausbau der digitalen Infrastruktur, die konsequente Förderung einer Innovations- und Gründerkultur, die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und eine Verwaltung, die Unternehmen von Bürokratie entlastet, statt ihr zusätzliche aufzubürden.

Die Sicherung von Unternehmensnachfolgen und die Unterstützung von Startups spielt dabei eine wichtige Rolle. Bereits früh im Bildungsprozess muss jungen Menschen das Unternehmertum als eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung nähergebracht werden. Zudem müssen die Hochschulen im Feld der innovativen Gründungen stärker unterstützt werden. Erfolgreiche Ausgründungen schaffen Arbeitsplätze und fördern den Wettbewerb und den Strukturwandel in Thüringen. Darüber hinaus ist es mein Ziel, dass der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) weiter gesteigert wird.

Als CDU wollen wir die Attraktivität der dualen Ausbildung im Freistaat erhöhen und fördern. Schulen sollen Schüler und Eltern über die Ausbildungsangebote in den Regionen informieren, Grundschulen auf die Chancen einer praxisnahen schulischen Ausbildung an Regelschulen hinweisen. Sie eröffnet in unserem durchlässigen Bildungssystem alle Chancen. Das ist ein wesentlicher Beitrag, um den Fachkräftebedarf der mittelständischen Wirtschaft im gesamten Land zu sichern, auch im ländlichen Raum.

Mein Ziel ist ein konsequenter Bürokratieabbau, um damit besonders die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Freistaat zu entlasten. Wir als CDU werden bestehende Gesetze überprüfen und neue konsequent auf ihre bürokratischen Auswirkungen prüfen. Zudem wollen wir den Verwaltungsaufwand durch Digitale Bürgerportale reduzieren. Davon profitiert nicht allein der Mittelstand, sondern jeder Bürger.

Als CDU wollen wir zudem den Wirtschaftsstandort Thüringen noch stärker in den internationalen Märkten verankern und die Exportquote steigern. Deshalb sprechen wir uns klar für den Freihandel und gegen protektionistische Bestrebungen aus. Internationale Handelsabkommen tragen zum Abbau von Handelshemmnissen und der Vereinheitlichung von Standards bei. Davon profitiert auch die Wirtschaft Thüringens.

Zudem werden wir die Attraktivität Thüringens als Reiseland weiter steigern und dabei alle Regionen des Landes in den Blick nehmen. Dazu gehört es, mit den Verbänden und Organisationen des Tourismus unsere Angebote und Interessen in der nationalen Tourismusstrategie wirksam zu verankern, denn Deutschland findet als Reiseland wachsendes Interesse. Qualität ist dabei eine wichtige Erfolgsbedingung. Ich will sie unter anderem im Gastgewerbe steigern.

Dafür setze ich mich konkret ein:

  • Gründerstipendium: Ich setze mich dafür ein, dass potenziellen Gründern mehr Anreize für die Selbstständigkeit geboten werden. Deshalb wollen wir 500 Gründerstipendien von 1000 Euro monatlich für die Vorgründungs- und Gründungsphase ausloben. Die Vergabe soll unbürokratisch gestaltet sein
  • Stärkung von Gründernetzwerken: Die Gründerkultur an den Hochschulen wollen wir durch die Unterstützung von Gründernetzwerken, Professuren für Entrepreneurship und Digitalisierung und Entrepreneurship-Wettbewerbe stärken. Ziel ist eine umfassende Betreuung und Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit
  • Branchennetzwerke (Cluster) unterstützen: Wir wollen als CDU Branchennetzwerke (Cluster) unterstützen. Dies gilt insbesondere für Schlüsseltechnologien wie den Leichtbau, Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanotechnologien, Neue Materialien, Fortgeschrittene Produktionstechnologien, Organische Elektronik und Biotechnologien sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Förderprogramme vereinfachen: Wir werden die bürokratischen Hürden für die Nutzung von Förderprogrammen deutlich verringern.
  • Unternehmergeist in Schulen vermitteln: Selbständigkeit und Unternehmertum sollen thematisch in den Lehrplänen in allen allgemeinbildenden Schulen verankert werden, damit diese beruflichen Optionen frühzeitig in den Blick der Schüler geraten
  • Mittelstandförderungsgesetz modernisieren: Die Digitalisierung stellt kleine und mittlere Unternehmen vor große Herausforderungen. Das Mittelstandsförderungsgesetz muss um diesen Aspekt erweitert werden und seine Wirksamkeit insgesamt überprüft werden
  • Ladenöffnungszeiten flexibilisieren: Der vorhandene Spielraum des Thüringer Ladenöffnungsgesetzes muss genutzt werden, um den Dienstleistungssektor und den Einzelhandel zu stärken. So wollen wir flexiblere Regelungen im Rahmen kultureller Großveranstaltungen an Sonn- und Feiertagen durchsetzen und erweiterte Möglichkeiten für die Samstagsarbeit auf strikt freiwilliger Basis prüfen.
  • Meisterförderung: Wir werden einen echten Meisterbonus einführen. Jeder erfolgreiche Absolvent der Meisterprüfung soll 2000 Euro erhalten. Den Meistern soll der Weg in die Selbständigkeit durch eine Meistergründungsprämie erleichtert werden. Dies verstehe ich auch als Zeichen der Wertschätzung für die berufliche Bildung.
  • Gebührenfreiheit der Meisterausbildung: Wir wollen eine vollständige Gebührenfreiheit für die Ausbildung von Meistern, Technikern und Fachwirten. Dafür werden wir uns auf Bundesebene einsetzen
  • Gute Arbeit für alle: Wir streben als CDU Vollbeschäftigung an und stehen für gute und sichere Arbeit mit einer fairen Entlohnung. Dabei gilt für mich das Leistungsprinzip: Wer arbeitet, muss mehr haben, als derjenige, der nicht arbeitet. Für die Integration in den Arbeitsmarkt gilt der Grundsatz des Förderns und Forderns
  • Bürokratie-Check: Wir werden einen verpflichtenden KMU-Test in Thüringen (Bürokratie-Check) für neue Gesetze und Verordnungen etablieren. Bereits im Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren kann so verhindert werden, das kleine und mittlere Unternehmen durch unnötige Bürokratie belastet werden
  • Leistungsfähiger Staat: Das Land muss nicht erledigen, was privatwirtschaftlich wirksamer und preiswerter umgesetzt werden kann. Es soll sich stattdessen auf seine Kernzuständigkeiten und Kernkompetenzen beschränken
  • Vergabegesetz reformieren: Ich will, dass Investitionen der öffentlichen Haushalte effektiver werden. Dazu will die CDU Thüringen ein schlankes und unbürokratisches Vergabegesetz auf den Weg bringen. Wir wollen, dass sich wieder mehr Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen und Investitionen schneller getätigt werden
  • E-Government-Gesetz weiterentwickeln: Ich setze mich dafür ein, dass E-Government im Land und in den Kommunen schneller umgesetzt wird. Im Thüringer E-Government-Gesetz werden wir entsprechende Anreize setzen
  • Thüringen-Botschafter: Damit ganz Thüringen künftig noch sichtbarer als Tourismusdestination wird, wollen wir das Eventmarketing von Großveranstaltungen verbessern und Thüringen-Botschafter gewinnen, die die Besonderheit jeder Thüringer Region repräsentieren
  • Thüringer Außenwirtschaftsstrategie: Ich will für Thüringen eine klare und verbindliche Außenwirtschaftsstrategie. Sie soll Exportaktivitäten gezielter stimulieren und die Attraktivität Thüringens für Unternehmensansiedlungen konsequent herausstellen. Die politische Begleitung von Außenhandelsaktivitäten will ich auf die für Thüringen aussichtsreichen Zielmärkte ausrichten. Die Imagekampagne des Freistaates muss an dieser Außenwirtschaftsstrategie ausgerichtet werden.
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