Gruhner kündigt Widerstand gegen Waldstilllegung im Raum Wurzbach an
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Gruhner kündigt Widerstand gegen Waldstilllegung im Raum Wurzbach an

Der Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner (CDU) hat Widerstand gegen die von der Thüringer Landesregierung beabsichtigten Waldstillegungen im Raum Wurzbach angekündigt. Am vergangenen Freitag hatte er im Thüringer Landtag das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt.

„Ich habe die Sorgen in der Region aufgegriffen und im Landtag nachgebohrt, was genau beabsichtigt ist. Der Staatssekretär des von den Grünen geführten Umweltministeriums hat im Parlament bestätigt, dass sein Ministerium dem Bundesamt für Naturschutz 1400 Hektar Waldfläche auf dem Gebiet der Stadt Wurzbach in den Gemarkungen Wurzbach, Grumbach, Rodacherbrunn und Titschendorf zur Stilllegung vorgeschlagen hat. Ich habe die Landesregierung aufgefordert, mir die genauen Flurstücksnummern in den nächsten Tagen zu übermitteln“, so der Abgeordnete.

Gruhner hatte bereits im November 2018, als erste Gerüchte aufkamen, das Thema aufgegriffen und eine schriftliche parlamentarische Anfrage an die Landesregierung im Landtag gestellt. Damals erklärte die Landesregierung in ihrer Antwort vom Januar 2018, dass dem Bund durch das Thüringer Umweltministerium Flächen im Umfang von 2300 Hektar, wovon die Hälfte im Saale-Orla-Kreis liege, vorgeschlagen habe. Allerdings teilte das Ministerium noch im Januar mit: „Zu den Waldbeständen im Saale-Orla-Kreis können derzeit keine Aussagen getroffen werden, da die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH keine Bestandsdaten mitgeteilt hat. Auch steht gegenwärtig nicht fest, welche Flächen tatsächlich übertragen werden sollen.“ Landtagsabgeordneter Gruhner kritisiert die Landesregierung deshalb deutlich. „Wenn jetzt auf einmal konkrete Flächen benannt werden, zeigt dies, dass das Umweltministerium bisher gemauert hat und hinter verschlossen Türen versucht, Fakten zu schaffen. Diese grüne Hinterzimmerpolitik ohne Einbindung der betroffenen Region und ohne Einbindung der Verantwortlichen vor Ort ist einfach eine Sauerei. Es kann nicht sein, dass die rot-rot-grüne Regierung dem Bund einfach Waldflächen zur Stillegung vorschlägt ohne mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Wenn wir hier nicht nachbohren würden, würde das ganze Vorhaben an uns vorbei laufen“, sagte Gruhner.

CDU-Politiker Gruhner machte deutlich, dass er den Widerstand in der Region massiv unterstützen werde und kündigte zugleich an, sich gegenüber dem Bund einzusetzen, die Thüringer Vorschläge so nicht zu akzeptieren. Immerhin gebe es noch keine Entscheidung. Zusätzlich schlägt Gruhner vor, eine Petition an den Landtag zu starten und eine öffentliche Anhörung zu dem Thema zu erzwingen. „Das Thema braucht mehr Transparenz und vor allem müssen die Menschen vor Ort zu Wort kommen“, so der Abgeordnete.

"Grundsätzlich ist das Programm Nationales Naturerbe richtig. Damit will der Bund bundeseigene Fläche unentgeltlich an Länder, Naturschutzorganisationen, Stiftungen und Kommunen zur dauerhaften naturschutzfachlichen Sicherung übertragen. Allerdings kann es nicht sein, dass die Thüringer Landesregierung hierfür fortwirtschaftlich wertvolle Flächen vorschlägt. Für unsere Region ist die Holzwirtschaft auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, zudem zeigt die heimische Forstwirtschaft, dass sie mit dem Naturschutz Hand in Hand arbeitet. Deshalb müssen zum Ausgleich andere Flächen vorgeschlagen werden, die fortwirtschaftlich weniger bedeutsam sind“, ist Landtagsabgeordneter Gruhner überzeugt.

Hier geht es zur ersten parlamentarischen Anfrage: Im Januar hat Stefan Gruhner erstmals Druck gemacht. Die Antworten der Landesregierung finden sich in diesem Dokument aus dem Landtag.

Stefan Gruhner hat im Juni 2019 weiter Druck gemacht und am 14. Juni das Thema auf die Tagesordnung der Regierungsfragestunde des Landtags gesetzt. Hier können Sie das Dokument mit den entsprechenden Fragen, auf die im obigen Text eingegangen wird, nachlesen.